
Gesundheit im Fokus
Entscheidende Gesundheitsquellen liegen in unserem Geist, unserer Haltung, unseren Beziehungen, unserer Lebensweise und dem Umgang mit Widrigkeiten. Wie verbessern wir den Zugang dazu?
Gesund leben, aber wie?
Mit den Hühnern aufstehen und mit diesen bevorzugt Körner essen? Oder lieber nächtelang durch Web-Angebote teurer Gesundheitsprodukte und Nahrungsergänzungsmittel surfen? Huldigen wir einem narzisstischen Selbstoptimierungs- und Körperkult oder lieber pseudo-esoterischen Versprechungen? „In allem das rechte Maß“ – keine neue Botschaft, aber wie ist dies zu finden?
Einige Grundlinien, wie beispielsweise weniger Zucker oder genügend Bewegung sind hinreichend bekannt. Niemand sucht das Gespräch mit mir, weil sie oder er das noch nie gehört hätte. Ja, es gibt berechtigte und notwendige komplexere Fragestellungen auf dem Gebiet der Ernährung. Aber vielleicht ist es zunächst etwas ganz anderes, das krank macht. Eine toxische Beziehung, Traumata, seelische Fehlernährung, die empfundene Sinnlosigkeit einer eigentlich vernünftigen Arbeit und in allem auch: in einer stark von außen bestimmten Welt sich selbst und eigene Bedürfnisse nicht mehr richtig zu spüren.
Autonomie, gesundheitliche Prozessbegleitung und das Geheimnis des „Wie“
Mich interessiert zu entdecken, wo der gerade beste Hebel liegt für eine mögliche Veränderung. Wichtiger als das „Was“ einer Veränderung ist mir die Selbstwirksamkeit an sich und vor allem die Entdeckungsreise dorthin. In das „Was“ einer Veränderung – trenne ich mich oder nicht, wechsel ich die Arbeit oder buche ich einen Tai Chi Kurs – habe ich mich in der Regel gar nicht einzumischen. Zu Sachfragen berate ich gerne, aber Entscheidungen und Änderungen des Gewohnten sind ein sensibler Prozess, dem ich nur Raum geben und begleiten kann. Auch ohne eigentliche Psychotherapie kann das etwas praktische Psychologie und manchmal auch die Arbeit mit unterschiedlichen Persönlichkeitsanteilen mit einschließen, hin zu einem mehr aus der eigenen Mitte heraus bestimmten Leben. Denn inmitten von Ängsten und Zwängen, Süchten, Gewohnheiten und vielversprechender Gesundheits-Ratschläge – dieser Markt boomt – kommt dem „Wie“ gesundheitlicher und anderer Entscheidungen die eigentlich zentrale Rolle zu. Es gilt – auch im Gewahren von Körper und Atem – die inneren Freiräume für jenes „andere“, von Ängsten freie Ich und inneres Wesen zu finden. Solche Spurensuchen begleite ich gerne im Sinne einer integrierenden gesundheitlichen Prozessbegleitung.
Ein Perspektivwechsel:
Gesundheitsförderung oder Salutogenese
Unser krankheitsorientiertes Gesundheitssystem (die Medizin an sich ist ein anderes Thema) platzt finanziell aus den Nähten. Man spricht von Prävention, verwaltet aber zunehmend Notstände.
Eine interessante Perspektivumkehr, die nochmals grundlegender als der Präventionsgedanke ist, zeigte vor schon mehr als vier Jahrzehnten der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky auf. Antonovsky prägte dafür den Begriff Salutogenese, wörtlich Gesundheitsschöpfung. Aus salutogenetischer Sicht sind Krankheiten nicht einfach Abweichungen von einem Normalzustand, den es als solchen ohnehin nicht gibt. Gesundheit ist nicht „normal“, sondern vielmehr das eigentliche Wunder, weil jedes passiv sich selbst überlassene Naturgeschehen zur Auflösung hin tendiert (in der Physik Entropie genannt). Gesundheit ist daher nicht standardisierbar und ist auch nie ein Zustand (oder Zu-Stand), sondern ein fortwährend zu erringender Prozess: meine Gesundheit von morgen wird eine andere als die von heute sein.
Diese Perspektivumkehr öffnet den Blick auf Ressourcen, realistische Gesundheitsziele und mögliche Ansätze zur Eigenwirksamkeit. Dies reicht von einem tieferen Verstehen der eigenen Situation und der inneren Haltung bis zur Frage des „wozu“ und umfasst auch die zielführende Kommunikation mit Ärzten und Gesundheitsdienstleistern. Meine Arbeit richtet sich darauf, praktische Hebel zu finden. Wir schauen mit zunächst kleinen Zielsetzungen, wo und wie Veränderungen möglich sind.
Individuelle Prozessbegleitung
Ein gesundheitsfördernder Lebensstil hinsichtlich Ernährung, Bewegung, Beziehungen und Stressbewältigung – und dann auch nicht als Selbstzweck, sondern im Zusammenhang einer reflektierten, sinnvollen und sinnstiftenden Lebensgestaltung ist sicherlich erstrebenswert. Das lässt sich nur eben nicht verschreiben und in kein Erklär-Video packen. Das sind sehr persönliche Prozesse, die sich bei keinen zwei Menschen gleichen werden. Hilfreich ist eine tragende psychische und – im Sinne des Zugangs zu sich selbst und tieferen Dimensionen – durchaus auch spirituelle Grundlage.
Auf den Wegen in diese Richtung begleite ich Sie gerne.