Mehr zur Homöopathie

Die Homöopathie (hier spreche ich von der klassischen Homöopathie mit Einzelmitteln) scheint vordergründig recht bekannt. Doch unter Befürwortern wie auch Kritikern gibt es auch falsche Vorstellungen und manchmal überflüssige Erregung. So ist der Kern der Homöopathie keinesfalls die Verdünnung, sondern das Ähnlichkeitsprinzip. Der Begründer Samuel Hahnemann arbeitete viele Jahre mit unpotenzierten Arzneisubstanzen. Doch vor allem die hohen Potenzierungen, für deren Wirkprinzip es keine anerkannte Erklärung gibt, fordern unser wissenschaftliches Weltverständnis heraus. Gerade dies führt aber auch an interessante Punkte.

Erstaunen kann das große Spektrum akuter wie auch chronischer Erkrankungen, bei denen die Homöopathie traditionell und je nachdem auch heute angewendet wird. Das verlangt stets auch therapeutische Verantwortung, um die Rolle der Homöopathie richtig einzuschätzen und damit anderweitig notwendige Maßnahmen nicht möglicherweise unterlassen werden.

Ist die Homöopathie eine Glaubenssache?

Der Schweizer Tierhomöopath Heinz Weder äußerte sich dazu humoristisch: "Wenn Homöopathie eine Glaubenssache ist, dann sind die Schweizer Kühe die am schnellsten wachsende Glaubensgemeinschaft Europas."

Die Fragen nach Beobachter-Effekten und Placebo dürfen für uns offen bleiben.

Alles Placebo-Effekte?

Sogenannte Placebo- und Kontext-Effekte bleiben ein hoch interessantes Thema. Hier ein ausführlicher Artikel von mir zu "Homöopathie und Placebo" und ein weiterer zur "Evidenzbasierten Medizin". 

Prof. Baumgartner (Uni Bern) beobachtete bei der Forschung mit verblindeten experimentellen Systemen eine Wirkung homöopathischer Potenzen (nicht nur bei Kühen, sondern...) auf noch weniger placebosensible Modellorganismen wie etwa Weizenkeimlinge oder Wasserlinsen. Einige Versuche wurden unabhängig repliziert. Auch diese Befunde werden wissenschaftlich kontrovers diskutiert. Noch vermochte eine Studie die Kontroverse zu beenden. Eine ausdrückliche Gegenposition vertritt u.a. der EASAC Wissenschaftsrat.

Wie versteht sich das Wirkprinzip der Homöopathie?

Die Homöopathie versteht sich als Reiztherapie, wobei das Ähnlichkeitsprinzip zentral ist. Das Modell dahinter: Durch ein individuell passendes homöopathisches Arzneimittel soll ein den krankheitsbedingten Befindensänderungen ähnlicher Reiz gesetzt werden, der den Organismus zu einer Gegenreaktion anregt. Die Grundprinzipien wurden historisch schon früher beschrieben. Aber erst der Arzt Dr. Samuel Hahnemann entwickelte daraus vor rund 200 Jahren eine anwendbare und lehrbare Methode.

Was erlebe ich in meiner homöopathischen Praxis?

In der Praxis beobachte ich viele positive Behandlungsverläufe. Patientinnen und Patienten berichten mir und ich stelle Rückfragen, auch auf Objektivierung zielende Fragen. Dabei sehe ich homöopathische Verschreibungen als eine Art Türöffner. Bedeutet: Nicht die Arznei selbst, sondern der durch die Arznei angeregte Organismus tut etwas, was er vorher nicht tat. Patient/in, ich selbst und die Homöopathie als Methode scheinen ein zusammenhängendes Feld zu bilden, das jeden dieser Pfeiler braucht. Wie auch bei anderen Methoden können Ergebnisse nicht vorab versprochen werden. 

Praxis und kollegialer Austausch, Weiterbildung und Forschung bleiben spannende Felder.

Fragen & Antworten zu Homöopathie und Heilpraktikern

FAQ auf meiner ars curandi Site

Qualitätsstandards & überprüfte Therapeutenliste

Stiftung für Qualität in der Homöopathie SQhT

Homöopathie und Forschung im Netz (Auswahl)

ars curandi Site zu Homöopathie und Placebo

ars curandi Site zu Homöopathie und Evidenz

Interview mit Carl Classen, „Wissenschaftlicher Pluralismus ist mehr als ein Nice-to-have“

Übersicht der Universität Bern (IKIM) zum Forschungsstand zur Homöopathie

Übersichtsarbeiten von Hamre et. al. zu randomisierten Vergleichsstudien

Fragen und Antworten des Homeopathy Research Institute

Homöopathie-Kritik des EASAC 
 

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